von Sarah | 7. November 2011

Work IT out – Stipendienprogramm Hamburg

Florian als Robin Hood

Heute haben wir wieder einen spannenden Gastbeitrag von Florian, Auszubildender zum Informatikkaufmann im 2. Lehrjahr:

Im Rahmen des Leonardo Da Vinci Programm: „Work IT out“ konnte ich 3 wundervolle, interessante und lehrreiche Wochen in Loughborough (England) verbringen.

Aber warum durfte ich 3 Wochen in England verbringen?

Ich war einer von 11 glücklichen Auszubildenden, den die Hansestadt Hamburg ein Stipendium für ein Auslandspraktikum in England gegeben hat.
Für solch ein Stipendium kann sich jeder bewerben, der Auszubildender in der Hansestadt Hamburg ist und über ausreichend Englischkenntnisse verfügt . Ich bin durch Zufall auf dieses Programm gestoßen. Natürlich, war das Auswahlverfahren eine echt harte Nummer. Um am Programm teilnehmen zu können musste ich eine Bewerbung schreiben und zusätzliche Formulare einreichen, eine Art Online-Englischtest abslovieren und ein englisches Bewerbungsgespräch führen. Nach dem ich dann die Zusage hatte, musste ich auch noch an einem Wochenendseminar teilnehmen.

Nach dem ich dann mein Flugticket gebucht hatte ging es mit unserer Gruppe am Samstagabend den 24.11.11 Nach London Heathrow. Von dort aus wurden wir mit dem Taxi abgeholt und nach in die wunderschöne Kleinstadt Loughborough zu unseren Gastfamilien gebracht. Es war ein sehr merkwürdiges Gefühl, im Auto zu sitzen und darauf zu warten, wo man nun die nächsten 3 Wochen leben wird. Es rasen einen tausend Gedanken durch den Kopf.

Wie ist die Gastfamilie? Wie sieht mein Zimmer aus? Komme ich mit der Familie zurecht? Wie ist das englische Essen?

Als ich aus dem Auto gestiegen bin, fiel auch schon die erste Anspannung von mir und es stellte sich herraus, dass meine Gastmutter verdammt gut kochen konnte.

Am Montag ging es dann mit großen Erwartungen in das Loughborough College. Hier wurde ich mit Organisatorischen Informationen überhäuft, aber dann am Ende des Tages habe ich endlich erfahren, wo ich in den nächsten 3 Wochen arbeiten werde.
Voller Erwartungen, fröhlich und aufgeregt hatte ich dann am Dienstag meinen ersten Tag bei der Marandy Data Communication. Ich wurde sehr freundlich von allen Kollegen aufgenommen. Dieser Tag war wirklich anstrengend, denn es ist eine große Umstellung, wenn man während der Arbeit einen kompletten Tag nur Englisch reden muss/kann und das auch noch im IT Sektor, wo eh schon alles unendlich komplex ist.
Am Abend fühlte sich dann mein Gehirn sehr ausgelaugt an. Zu meinem Erstaunen habe ich eine wirklich sehr interessante Aufgabe bekommen. Ich hatte die Aufgabe, zusammen mit einem Arbeitskollegen ein Konzept für eine Taxi-App zu schreiben, sowie diese zu programmieren. Mit der Taxi-App sollte man einfach und schnell ein Taxi zu einem beliebigen Punkt rufen können.

My Workplace

Es war eine sehr anstrengende Woche. Zumal ich im Rahmen des Programms auch noch zweimal die Woche, nach der Arbeit zum Loughborough College musste und ich dort an Sprachkursen teilgenommen habe. Das war wirklich äußerst interessant. Denn in meinem Sprachkurs waren noch Menschen aus verschiedenen Ländern z.B. Spanien, Portugal und Frankreich. So konnte man sich austauschen und hat viel, nicht nur über England sondern auch über andere Länder erfahren. Aber dieser ständig andauernde Input von Informationen und Sprachen bereitete mir zum Anfang ganz schön Kopfschmerzen, man musste sich so viel merken Fakten, Vokabeln, Informationen über das Land, Benimmregeln, Namen merken. Das war nicht möglich, dies alles so schnell zu verarbeiten.

Als dann endlich das erste Wochenende angebrochen war, ging es, wie es in England Tradition ist in den Pub. Merkwürdigerweise waren die Pubs fast durchgängig geöffnet, fast immer voll und ein breites Klientel von Menschen. Von Studenten, über Senioren bis hin zu Bankangestellten war dort alles vorzufinden. Ich würde fast sagen in den Pub gehen ist in England so eine Art Volkssport. Die Briten sind schon manchmal ein merkwürdiges Volk.
Natürlich stand auch Sightseeing auf dem Programm. An den Wochenenden ging es unter anderem nach Nottingham ins Nottingham Castle. Eine wunderschöne Stadt, wo man an jeder Ecke mit historischen Dingen zu Robin Hood konfrontiert wurde. Natürlich war ich auch in London um die Queen zu besuchen. Selbstverständlich hat man die typischen Sehenswürdigkeiten wie den Big Ben, Buckingham Palace, London Eye, Tower Bridge und natürlich der wichtigste Hotspot das Hard Rock Cafe mitgenommen. Dort habe ich mich auch gleich mit diversen T-Shirts eingedeckt. Eine super Erinnerung.

Im Souvenirshop

Buckingham Palace

Harrods

Tower Bidge

Besonders toll fand ich meine erste Tea-Time bei der Arbeit. Typischer Weise trinkt man ja in England den Tee mit Milch, das klingt zwar etwas komisch, aber es ist echt lecker und es kühlt den Tee sofort auf eine trinkbare Temperatur ab. Marvellous.

Nach 2 Wochen in England kann ich mich nun auf ausreichende Erfahrungen berufen und sagen, das Essen in England ist einfach schlecht! Man hat auch keine Chance sich gesund zu ernähren, da es nur merkwürdige Fast Food Produkte gibt. Zum Beispiel ‚Scotsch Egg’ das ist eine Frikadelle mit einem gekochten Ei drin. Sehr gewöhnungsbedürftig. Daher gilt ein großes Dankeschön meiner Gastmutter. Sie hat mir die asiatische Küche näher gebracht und sehr viel gesunde und unglaublich leckere Reisgerichte gezaubert. Ihr Lieblingssatz war immer: “I have cooked plenty food and you have to eat plenty! “

Was habe ich aus den 3 Wochen England mitnehmen können?

Selbst einige Tage nach meiner Reise war ich immer noch dabei alle Eindrücke und Emotionen zu verarbeiten und Revue passieren zu lassen. Zum Einen war der Austausch eine super Gelegenheit mein Englisch zu verbessern. Besonders gut fand ich auch den Kurs am College, in dem wir umgangssprachliches Englisch gelernt haben.
Zum Anderen war es interessant mal in eine andere Arbeitskultur einzublicken, denn in England wird doch etwas anders gearbeitet als in Deutschland.

Unbezahlbar waren jedoch die after work Erlebnisse. Fish’n’Chips mit Salt and Vinegar, Sightseeing und shoppen in London und Nottingham und natürlich die unvergesslichen Abende in den Pubs. Dem englischen Fast Food geschuldet habe ich während der 3 Wochen in England 3 Kilo zugenommen.

Fish and Chips

Aber alles an allem ein sehr geringer Preis für 3 großartige Wochen!

God save the Queen!

PS: Unter folgender Seite bin ich auf dieses Programm gestoßen: http://www.mobilitaetsagentur-hamburg.de/praktikum_in_europa.html
Vielleicht hat ja einer von euch Lust sich nächstes Jahr zu bewerben. Ich kann es nur empfehlen!

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